Länder: Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien
Reisezeitraum
: Juni 2017
Vorbericht: Die Donau Kreuzfahrt von Jan Peters Agrarreisen war ein interessantes Potpourri aus
landwirtschaftlichem Agrarprogramm, touristischen Highlights und Fachvorträgen
gepaart mit Zeit zum individuellen Erleben an Bord und dem Komfort des Fluss-Kreuzfahrtschiffes.

Juni 2017

Zur schönsten Zeit des Jahres, wenn die Temperaturen angenehm und der Himmel und das Wasser blau sind, fuhren die Teilnehmer von JAN PETERS AGRARREISEN auf eine wunderschöne Panorama-Tour auf die Donau. Wir starteten diese einmalige Agrar-Fluss-Kreuzfahrt gemeinsam in der reizvollen Stadt Passau. In Wien angekommen besuchten wir die ecoduna AG und hörten gespannt den Vortrag von Präsident Herbert Stava.

Enthusiasmus, Neugier und die nötige Portion Realitätssinn waren jene Zutaten, die damals eine Gruppe von Landwirten bewegte, den Energiepark Bruck an der Leitha in Österreich ins Leben zu rufen. Am 27. Juni 2017 besuchten viele interessierte Landwirte und Energiewirte im Rahmen einer Jan Peters Agrar- und Studienreise den Energiepark Bruck/Leitha.

Wegweisende Projekte wie Windparks, das Heizwerk mit der Biomasse-Fernwärme Bruck und die Co-Fermentation Biogasanlage waren während der Reise zu bestaunen. Im Mittelpunkt des Handels steht für die Unternehmer die Beschäftigung mit allen Formen „Erneuerbarer Energien“. Daher ist es ein zentrales Anliegen des Energieparks, die Kompetenz auf eine breite Basis zu stellen und diese kontinuierlich zu erweitern. Inzwischen liefern mehr als 48 Windkraftanlagen Energie in das öffentliche Stromnetz. Bei der Biogasanlage vergären unter Ausschluss von Sauerstoff nachwachsende und organische Rohstoffe aus der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie zu Biogas. Es erfolgt eine Umwandlung der Energie in Strom und Wärme. Diese wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Seit 2007 werden Teile des erzeugten Biogas mit einer in Österreich entwickelten Membrantechnologie auf Erdgasqualität gereinigt und in das öffentliche Netz abgegeben. Das aus der Vergärung verbliebene Restsubstrat kommt als Pflanzendünger auf landwirtschaftlichen Flächen zum Einsatz.

Die Biomasseanlage Bruck wurde von engagierten Landwirten im Jahre 1999 in Corporation mit dem örtlichen Energieversorger, der EVN AG umgesetzt. Die Wärme der Anlage versorgt neben vielen privaten Haushalten vor allem die zentralen öffentlichen Gebäuden des Ortes. Über 800 Haushalte werden mit Wärme versorgt.

Ab dem Jahr 2000 beschäftigte sich der Energiepark intensiv mit dem Thema Fotovoltaik. Seitdem wurden viele Anlagen auf den Dächern der Bewohner des Dorfes Bruck/Leitha mit Solarzellen bedeckt. In der Slowakei betreibt der Energiepark eine Fotovoltaik-Freiflächenanlage.

Der Höhepunkt der Besichtigung war der Photobioreaktor zur Algenzucht. Das Unternehmen „ecoduna“ ist ein Entwicklungsunternehmen, das ein biotechnisches Verfahren für die Produktion von Mikroalgen im industriellen Maßstab erfunden, zur Reife geführt und patentiert hat. Algen und daraus gewonnene Öle sind wertvoll, weil sie die für die menschliche Ernährung wichtigen Omega-3-Fettsäuren kurz EPA und DHA enthalten. Omega-3-Fettsäuren sorgen im menschlichen Organismus für den Schutz vor Herzkrankheiten. In den USA werden pro Jahr für Fischöltabletten mehr als eine Milliarde Dollar ausgegeben. In der EU dürfte der Erfolg nicht geringer sein. In der Natur ernähren sich Fische von Algen und produzieren das hochwertige Öl. „Ecoduna“ hat jetzt ein Verfahren entwickelt, mit Hilfe dessen dieses Öl direkt aus den Algen gewonnen wird. Dieses Verfahren ist revolutionär. Der Speiseplan der Grönland-Inuids (Eskimos) kennt wenig Abwechslung. Dafür ist er aber offensichtlich herzensgut, denn Herz-Kreislauf-Leiden, gar tödliche Infarkte, sind bei ihnen durch den Verzehr dieser Öle nahezu unbekannt.

Eine weitere gute Einkommensmöglichkeit stellt für etwa zwei Drittel der Landwirte der direkte Verkauf ihrer Erzeugnisse dar. Vor allem Weinbauern sowie kleinere Betriebe, mit bis zu 10 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, erwarten eine steigende Bedeutung der Direktvermarktung in den nächsten Jahren.

Gute Aussichten prognostizieren die besuchten Landwirte auch der Bio-Landwirtschaft. Auch kleinere Betriebe (bis 10 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche) sehen in der Bio-Landwirtschaft eine gute Möglichkeit, die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft zu sichern.

Generell scheinen die Biolandwirte positiver der Zukunft gegenüber zu stehen als ihre Kollegen im konventionellen Landbau, so jedenfalls der Eindruck der Mitreisenden. Die Erzeugung von Lavendelkräutern und Petersilie im großflächigen Bioanbau wurde bestaunt.  Die Studienreise war zugleich eine ideale Plattform, mögliche neue Entwicklungen der mitreisenden Betriebe mit Experten übergreifend zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Den Organisatoren Jan Peters und Reinhard Werner war es wichtig, dass die Reise einen möglichst praxisnahen Bezug für die tägliche Arbeit der Landwirte und Betriebsleiter mit neuen Ideen sicherstellt.

Anschließend besuchten wir Wien, die Bundeshauptstadt von Österreich und zugleich eines der neun österreichischen Bundesländer. Mit über 1,8 Millionen Einwohnern ist das an der Donaugelegene Wien die bevölkerungsreichste Großstadt Österreichs, die zweitgrößte im deutschen Sprachraum sowie die siebent größte Stadt der Europäischen Union. Im Großraum Wien leben etwa 2,6 Millionen Menschen – das entspricht rund einem Viertel der österreichischen Gesamtbevölkerung. Architektonisch ist Wien bis heute vor allem von den Bauwerken um die Wiener Ringstraße aus der Gründerzeit, aber auch vom Barock und Jugendstil geprägt. Durch ihre Rolle als kaiserliche Reichshaupt- und Residenzstadt des Kaisertums Österreich ab 1804 wurde Wien im 19. Jahrhundert zu einem kulturellen und politischen Zentrum Europas. Als fünftgrößte Stadt der Welt zählte die Stadt um das Jahr 1910 über zwei Millionen Einwohner. Das historische Zentrum von Wien sowie das Schloss Schönbrunn gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit jährlich mehr als fünf Millionen Touristen aus dem Ausland zählt Wien zu den zehn meistbesuchten Städten Europas.

Von Wien aus ging es mit dem schönen Schiff weitere auf der Donau in Richtung Budapest.  Die Mitreisenden erlebten die in der österreichisch-ungarischen Monarchie gegründeten Länder an der Donau von ihrer schönsten Seite, an Bord eines hochmodernen Donaukreuzfahrtschiffes, der „MS VIKTORIA“. Mit dieser entspannten Form des Reisens gelangt die Gruppe über Nacht in die attraktivsten Metropolen entlang der Donau und entdecken in nur einer Woche die landwirtschaftlichen und touristischen Facetten drei faszinierender Länder, die, geprägt durch Landschaft und Geschichte, viele reizvolle Aspekte bieten. In Ungarn besuchte die Gruppe einen großen Ackerbaubetrieb mit 6000 ha Fläche und einer größeren Milchviehherde.

In Mohács in Süd-Ungarn angekommen überquerte die Reisegruppe die Grenze zu Kroatien und besuchte einen modernen Ackerbaubetrieb, der zu den fünf größten Agrarbetrieben Kroatiens gehört. Es werden 20.000 ha Ackerfläche bewirtschaftet. Die Rapsernte wurde durch Niederschläge immer wieder unterbrochen. Der angegliederte Milchviehbetrieb mit modernsten Melkeinrichtungen wurde besichtigt. Der Betrieb hatte insgesamt 3.000 Milchkühe.

Schließlich ging es noch zu einer Winzerei. Bei der Weinprobe konnten sich die Teilnehmer von JAN PETERS AGRARREISEN von der guten Qualität des kroatischen Weines überzeugen.

Zurück in Budapest stand der Besuch einer Rinderanlage mit 1.980 Tieren auf dem Programm. Zu diesem modernen Betrieb gehörten ebenfalls 7.000 ha Ackerbau, von denen 65 ha als Weideland für die Rinder ausgewiesen war. Hochmoderne Melktechnik, einen umfangreichen Maschinenpark mit westlicher Technik, Silo-und Trocknungs-Einrichtungen prägten das Bild.Viele Maschinen waren auf dem Feld im Ernteeinsatz. Dennoch konnten wir uns einen guten Überblick über die Betriebssituation verschaffen, da wir einen ausgesprochenen Fachmann als Betriebsführer hatten.

Nach dem Großbetrieb konnten wir auch einen Einblick in einen Familienbetrieb machen. Junge Inhaber aus Holland und Ungarn bewirtschaften 2.000 ha Ackerbaufläche mit Weizen, Raps, Mais und Sonnenblumen. Zusätzlich betreiben sie einen Lohnbetrieb für Mäh- und Drescharbeiten.

43.000 Hühner mit Erweiterungs-Möglichkeit auf 81.000 Stück plus 5.000 Hähnchen gehört ebenfalls zum umfangreichen Betätigungsfeld dieser jungen, sehr dynamischen Landwirte. Der Betreib hinterließ einen exzellenten Eindruck.

Eine Stadtrundfahrt unter fachkundiger Führung in Budapest rundete den Besuch der Hauptstadt von Ungarn ab.

Unser nächster Halt war Bratislava, die Hauptstadt Tchechiens. Hier wartete eine besondere Herausforderung an Betreiber und uns als Besucher. Ein stadtnaher Viehbetrieb mit 400 Kühen in einem ehemaligen gebäudetechnisch sehr aufgesplitterten Schweinebetrieb zeigte uns die Probleme einer immer näher an den Betrieb heranwachsenden Großstadt auf. 5.600 ha Ackerbaubetrieb gehören ebenfalls zu dieser Unternehmung, deren unmittelbare Nachbarschaft Gewerbetriebe sind, die sich Gebäude an Gebäude angesiedelt haben. Eine befremdlich wirkende Szenerie, die der Inhaber nicht direkt vor Ort verfolgt. Bereitwillig und mit guter Kenntnislage der Situation führte uns der Betriebsleiter über das verschachtelte Gelände.

Sehenswert unter fachkundiger Stadtführung war die beschaulich wirkende Großstadt Bratislava, die wir anschließend besuchten.

Den Abschluss der Fachbesuche bildete  die Besichtigung des Donauhafens der Firma Mierka in Krems in der Wachau. Obwohl Sonntag wurden wir ausführlich und intensiv über das Hafengelände geführt.

1939 wurde das Unternehmen durch Karl Mierka gegründete. Dies unter dem Namen Karl-Mierka Lagerei- und Umschlagsbetriebe Donauhafen Krems an der Donau.

Parallel dazu wurde der Donauhafen Krems durch die Stadt Krems geschaffen. Auf Grund dieser gemeinsamen Geschichte gründete sich eine bis heute bestehende jahrzehntelange enge und gute Zusammenarbeit mit der Stadt Krems bzw. deren Tochterfirma. Heute besteht eine strategische Partnerschaft mit RHENUS.

Der Importumschlag von Getreide war und ist die hauptsächliche Tätigkeit. Jährlich werden ca. 1,35 Mio t Getreide, Düngemittel, Schüttgüter, Big-Bags und Stückgut (windkraftanlagen-Teile) umgeschlagen.

Die Donau Kreuzfahrt von Jan Peters Agrarreisen war ein interessantes Potpourri aus landwirtschaftlichem Agrarprogramm, touristischen Highlights und Fachvorträgen gepaart mit Zeit zum individuellen Erleben an Bord und dem Komfort des Fluss-Kreuzfahrtschiffes. Das individuell zugeschnittene und einmalige Agrarprogramm wurde mit großem Engagement exakt und zielgruppengerecht zusammengestellt. Bei der Fahrt über Land und beim Besuch meist großer ansässiger landwirtschaftlicher Betriebe erfuhren die Teilnehmer viel über das heimische Agribusiness. Regenerative Energien, Getreide- und Weinbaubetriebe standen dabei genauso im Programm wie Milchvieh- und Agrarhandels- und Umschlagsbetriebe entlang der Donau.Die touristischen Highlights der interessanten Städte und Landeshauptstädte kamen in den Randzeiten jedoch nicht zu kurz.

An Bord genossen die Teilnehmer das Leben, ganz nach Ihren persönlichen Vorstellungen. Das Fluss-Kreuzfahrtschiff „MS VIKTORIA“ bietet viel Raum in ihren luxuriösen Kabinen und Entspannung pur, gepaart mit einer großen Erlebnisvielfalt und kulinarischen Genüssen. Egal ob Sport oder Unterhaltung, ruhige Lese- und Gesprächsstunden unter Gleichgesinnten oder Party – die Freizeit wurde ganz nach individuellen Vorstellungen selbst gestaltet. Nach dem Motto „alles können, nichts müssen“ tankten die Mitreisenden Kraft und Entspannung für den Alltag zu Hause.

Höhepunkt der Reise war sicherlich das Jubiläum: Die Agrar-Fluss-Kreuzfahrt ist in den vergangenen sechs Jahren die 25. Reise in 36 verschiedene Länder dieser Welt die von JAN PETERS AGRAR- und STUDIENREISEN unternommen wurde.