13 Tage Costa Rica lagen vor uns. Von verschiedenen deutschen Flughäfen starteten wir am Morgen mit einem Edelweiß-Flugzeug nach San José, der Hauptstadt Costa Ricas. Wir kamen planmäßig erst spät abends an und wurden am Flughafen schon erwartet von Fina (Josephina) unserer perfekten Reiseleiterin, die uns zu unserer ersten Übernachtung in dem Hotel Barceleo Palacio begleitete.

Im Herzen von Mittelamerika liegt in ein beeindruckendes Ökosystem eingebettet in Costa Rica. Die beiden Ozeane sind nur 320 Kilometer voneinander entfernt. Berühmt sind die weißen Sandstrände Costa Ricas. Aber auch die reiche Natur begeistert: Vulkane, fruchtbare Wälder und riesige Wasserfälle machten das Land so einzigartig und perfekt für eine JAN PETERS AGRAR- und STUDIENREISE nach Mittelamerika.

Als Kolumbus im Jahre 1502 an die „Reiche Küste“ kam, erhoffte er sich eher materielle Schätze, die ihn zu der Namensgebung veranlassten. Er sollte jedoch bald feststellen, dass dieser Landstrich seinen Reichtum in der Natur und den Menschen barg – das Interesse seiner spanischen Auftraggeber an Costa Rica ließ daraufhin schnell nach.

Das Land ist eines der artenreichsten der Erde. Die National Geographic Society attestierte dem Land eine der höchsten Biodiversitäten (Artenvielfalt) unseres Planeten. Begünstigt wurde das Entstehen einer solchen Vielfalt unter anderem durch die Bildung der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika vor ca. drei Millionen Jahren, die das heutige Zentralamerika bildet. So konnten sich Fauna und Flora beider Kontinente treffen und miteinander vermischen. Im Zentrum dieser Landbrücke liegt Costa Rica.

Das tropische Klima innerhalb des Landes ist relativ gleichmäßig. Jedoch sind die karibische Seite und der Süden der Pazifikküste sehr feucht und heiß, mit jährlichen Niederschlägen bis zu 6.000 Millimeter, während in der Hauptstadt auf 1.160 Metern Höhe lediglich 1.800 Millimeter Regen pro Jahr fallen.

Die Landschaft von Costa Rica (zu Deutsch: reiche Küste) gleicht einem Paradies von atemberaubender Schönheit. Kein Wunder, ungefähr ein Viertel der gesamten Fläche bedecken unberührte Nationalparks sowie Wild- und Forstreservate. Betrachtet man die üppige Vegetation und artenreiche Tierwelt etwas näher, so gibt es zum Beispiel bis zu 1.200 Orchideensorten, 2.000 Schmetterlings- und 220 Reptilarten in Costa Rica zu entdecken. Das tropische Costa Rica ist eines der angenehmsten Reiseziele des amerikanischen Subkontinents. Die Gastfreundschaft und die ungebrochene Lebensfreude der Einwohner sind legendär und ziehen jeden Touristen in seinen Bann.

Nach einer Stadtrundfahrt am zweiten Tag unseres Aufenthalts besuchten wir eine Ananasplantage bei der 140 t Ananas pro Tag geerntet werden. Von der Pflanze bis zur Ernte benötigt die Ananaspflanze gut ein Jahr. Pro Woche werden etwa 5 ha Ananas geerntet und auch wieder gepflanzt.

Das Hotel Sarapiqui war für zwei Tage unser Domizil. Gleich nach dem Check In geht es zum Lunch (Buffet) und wir erkunden den riesigen tropischen Garten. Eine tolle Vegetation, üppiges Grün, blühende Pflanzen begeistern uns. Mittlerweile regnet es fast jeden Tag und wirklich heftig aber nur kurz. Fina lacht…das ist für Sie kein Regen. Na gut.

Ab spätem Nachmittag.konnten wir uns erholen in diesem schönen Hotel. Das Buffet am Abend ist lecker, die Poolbar geöffnet. „Pura Vida“.

Am nächsten Tag besuchten wir ein Familienbetrieb, der Palmherzen produziert. Diese Frucht ist für viele der Mitreisenden neu. Die Palmenherzen werden ausgepflanzt und nach gut zwei Jahren ist die erste Ernte möglich. Drei bis viermal im Jahr wird geerntet. Erst nach 20 Jahren findet ein Wechsel der Palmpflanzen statt.

Der Grundlohn der Mitarbeiter beträgt in Costa Rica 500 $ pro Monat. 35 % Sozialleistungen fallen zusätzlich an. Ein Mitarbeiter kann gut 300-400 Palmherzen pro Tag verarbeiten. Die Frucht schmeckt uns sehr gut.

Der vierte Tag brach an. Wir fuhren weiter zum nächsten Hotel der Guayabo Lodge. Tagesziel war auf dem Weg dorthin eine Zuckerrohrfarmen und anschließend der Besuch eines Instituts für tropische Agrarforschung, dem CATIE.

Schon Jahrhunderte wurde Zuckerrohr in Costa Rica angebaut und weiterverarbeitet. Dies führte zu einem Boom und einem gewissen Reichtum. Das von den umliegenden Feldern stammende Zuckerrohr wird wie zerquetscht, der Saft aufgefangen Ein Teil diese Saftes wird zentrifugiert und zu Zucker umgewandelt. Ein anderer Teil dient zur Alkoholproduktion. Das Destillat enthält dann über 65%, meist bis 75% Alkohol. Es wird mit reinem Wasser auf 55% oder 40% verdünnt und ist damit direkt ein klarer Rum, den wir während der Reise in verschiedenen Facetten auch probiert haben.

Das Institut CATIE ist etwas ganz besonderes. Nach der Erklärung der verschiedenen Aufgaben dieses Institut unternahmen wir eine Exkursion durch den Palmengarten. Wunderbar, am Nachmittag durch Sonne und Urwaldgeräusche zu gehen und die Vielfalt der Botanik zu erleben. Das Wetter zeigte sich von der Sonnenseite. Wir besichtigten den Kräuter-, Gemüse- und Obstgarten, machte eine Rundwanderung auf den angelegten Pfaden durch den üppigen Dschungel.

Spät abends ging es wieder zurück zum Hotel. Die kleinen Hütten liegen mitten im Wald. Man schläft offen, nur durch einen leichten Vorhang getrennt. Das integrierte Bad mit WC ist Luxus pur inmitten dieser Natur. Wir schlafen gut und nutzten am anderen Morgen den hoteleigenen Pool mit Blick in den Regenwald.

Nach dem leckeren Frühstück und bestem Costa Rica-Kaffee fuhren wir am nächsten Tag weiter nach Turiabla an die Pazifikküste. Dort stand der Besuch einer Kaffeeplantage an. Der Kaffee ist eines der wichtigen Exportgüter von Costa Rica. Von der Annahme des Kaffees durch die Landwirte bis zur Reinigung, Lagerung und anschließenden Röstung der verschiedenen Kaffeesorten wurde und alles gezeigt. Anschließend besuchten wir das Cafémuseum mit einer vielfältigen Ausstellung über die Historie des Kaffeeanbaus in Costa Rica.

Die Fahrt führte uns am nächsten Tag weiter Richtung Süden bis nach Paso Canoas. Das Thermometer zeigte, wie schon seit Beginn unserer Pazifikküsten-Zeit 38 Grad an. Von dort aus fuhren wir nach Dominical, um einen Tag am Strand des Pazifischen Ozeans auszuruhen. Eine Wohlfühloase. Hier kann man die Seele baumeln lassen, am schönen Pool, dem üppigen Garten und den wundervoll warmen Wasser des Pazifiks.

Der nächste Tag stand im Zeichen des Grenzübertritts nach Panama. Eine mühevolle und ziemlich lang dauernde Zeremonie mussten wir beim Grenzübergang nach Panama über uns ergehen lassen.

In Panama angekommen besuchten wir bei heißen und tropischen Temperaturen eine Bananenplantage. Eines der Hauptanbauprodukte für den Export sind Bananen aus dem tropischen Tiefland von Panama. Die amerikanische United Fruit Company betreibt an der Pazifikküste in Panama eine der größten Bananenplantage der Welt. Es war interessant zu sehen, wie die Bananen in Plantagen angebaut werden und anschließend zur Aufbereitung, Waschung und Verpackung in den Export gelangen.

Unsere heutige Übernachtung haben wir in einer Finca, dem Hotel Lerdia Resort. Auch hier wurde der hoteleigene Pool sofort benutzt, um Abkühlung zu erfahren.

Unser Weg führt uns am nächsten Morgen zu einer Zebu- und anschließend zu einer Zuckerrohrfarm. Die Zebu Rinder in Panama sind bekannt für eine gute Fleischqualität. Ställe für das Vieh werden kaum gebraucht. Wichtig sind Schattenplätze. Die Zebu-Rinder kommen ursprünglich aus Pakistan und sind irgendwann nach Mittelamerika importiert worden. Diese Tiere haben sich dem Klima dort sehr gut angepasst.

Die Farm wurde von einem Einwanderer aus Spanien gegründet und hatte 4000 Rinder auf gut 2700 ha Weideland. Eines der Schwerpunkte des Unternehmens war der Verkauf von Embryos der Muttertiere. Staatliche Kontrollen fehlen dort gänzlich. “Hier wird die Landwirtschaft ohne staatlichen Dirigismus geführt und die Tiere sehen trotzdem glücklich aus“, meinte eine der Mitreisenden.

Nach zwei Tagen in Panama ging unsere Rundreise weiter in Richtung Süden immer an der Küste entlang in Richtung Panama City in das historische und wohl schönste Hotel, dem Hotel Central in der Altstadt. Hier konnten wir uns erholen, ein kleiner aber sehr feiner Pool lud zum Baden ein.

An dem folgenden Tag machten wir kleine Ausflüge durch die Stadt. Der Höhepunkt der Reise war dann am Ende die Fahrt durch den Panamakanal. In gemütlicher Atmosphäre erlebten wir die Schleusungen unseres Schiffes und verbrachten den Tag gut gelaunt auf den Panamakanal.

Eine schöne Reise ging zu Ende. Wir haben unendlich viel erlebt, unendlich viele verschiedene landwirtschaftliche Attraktionen gesehen, den üppigen Dschungel Costa Ricas in allen Landesregionen bewundert. Auch haben wir den wolkenbruchartigen Regen gut überstanden und im Landesinneren die Flora und Fauna bestaunt. Auch geschwitzt haben wir immer wieder und uns dennoch erholt bei durchschnittlich 38 Grad am Tag.

Es gibt kaum ein Land auf der Erde, das so viel Abwechslung bietet wie das kleine Land in Zentralamerika. Dabei ist Costa Rica gerade mal so groß wie Niedersachsen oder die Schweiz. Das ist aber nicht der Grund dafür, dass es hin und wieder die Schweiz Amerikas genannt wird. Es ist wohl eher die Tatsache, dass das Land seinen Bewohnern einen gehobenen Lebensstandard, die Gesundheitsversorgung ist vorbildlich und die Kriminalität hält sich in Grenzen.