Reisebericht über die Agrar- und Studienreise nach Indien und Nepal

Vom 12. Februar – 26. Februar 2020

Straßenverkehr, ständiges Hupen, 18 Spuren voll mit Autos, LKW’s, Bussen, Mopeds, Motorroller und Radfahrer – am Straßenrand eine Frau in bunten Kleidern verkauft Obst und Gemüse – und in diesem Wirrwarr der Moderne und des ohrenbetäubenden Lärms eine Kuh, ruhigen Schrittes auf der Suche nach was Essbarem, elegant von allen Verkehrsteilnehmern umkurvt. Unzweifelhaft, « Namasté » , herzlich willkommen in Indien, in der Millionenmetropole Delhi.

Vierzehn Tage wollen 26 Landwirte aus Deutschland Indien und Nepal erkunden und sich ein Bild über das Agribusiness und der Versorgung der 1,2 Milliarden Einwohnern mit landwirtschaftlichen Gütern machen. Der Start ist in der Hauptstadt Indiens, Delhi, die (offiziell) 12 Mio Einwohnerstadt (inoffiziell min. 16 Mio). Pulsierend, laut und auch ein bisschen schmutzig und unaufgeräumt stellt sie sich uns bei Tag und auch bei Nacht vor. Bei einer Fahrt mit dem allgegenwärtigen Tuktuk wird es uns unverstellt aufgezeigt – ein Eldorado für Greta Thunberg.

Froh, dem unüberschaubaren Verkehr Delhis entronnen zu sein, machen wir am nächsten Tag unseren ersten Fachbesuch – einem Viehbetrieb vor den Toren der Hauptstadt (siehe den kurzen Filmbeitrag 1).

Danach besuchen wir einen der vielen Märkte der Stadt. Als ersten den größten Blumenmarkt Indiens. Millionen von Menschen werden von hier aus mit bunten und täglich frischen Blumen versorgt. Blumen spielen in der indischen Gesellschaft eine zentrale Rolle. Hochzeiten, Geburtstage und auch die Begrüßungs-Blumengirlanden sind nur einige Beispiele für die Nutzung Millionen von Blumen, die die Bauern täglich auf diesen Markt bringen und an Händler verkaufen. Dementsprechend ist der Trubel auf dem Markt mit schreienden Händlern und noch lauteren Käufern, dem endlosen Strom an Fahrzeugen und emsigen Helfern mit ihren Handkarren. Nicht zu übersehen die „Heiligen Kühe“ und (nicht heiligen) Hunde. Im wahrsten Sinn ein buntes Treiben. Als wir nach Feierabend den Markt verlassen spielen die Jungens begeistert Baseball auf dem nun leeren Gelände. Für sie ist die Welt so ganz offensichtlich in Ordnung.

Am nächsten Tag sollte uns völlig unverhofft der Höhepunkt der Reise bevorstehen – der Besuch des ebenfalls größten Gemüse- und Obstmarktes in Indien. Waren wir gestern schon bei dem Trubel auf dem Blumenmarkt überrascht, traf uns heute die volle Wucht von Geschäftigkeit. 3.500 t Frischgemüse und Obst werden hier täglich an- und abtransportiert. Wie, ist uns schleierhaft, weil der Verkehr steht und an ein Durchkommen ist gar nicht zu denken, jedenfalls nicht als Ordnung liebender Deutscher. Dicht an dicht stehen die Fahrzeuge, Stoßstange an Stoßstange, jede sich bietende Lücke zum Weiterkommen ausnutzend. Das völlige Chaos erwischt uns und macht uns auch ein bisschen Angst, die Gruppe in diesem wahnsinnigen Durcheinander nicht mehr wiederzufinden, wenn sich in die einzige Lücke des stehenden Verkehrs auch noch ein Motorradfahrer zwischendrängt. Die Stimme reicht nicht aus, den Lärm um uns herum zu übertönen. Also behalten wir Ruhe und die Übersicht, es gibt ja ein Handy, was in Indien erstaunlich gut funktioniert. Nach gefühlten Stunden dieses Besuches auf einem hochinteressanten Markt, treffen wir uns vollzählig!! an einer ruhigen Stelle des Marktes wieder. Wir sind im Südfrüchtebereich gelandet. Ein „Kommissionär“ hat uns aus dem Chaos geführt und erstmals sehen wir wieder Himmel und  unsere Füße. Die Freude ist vor allem bei unserem örtlichen Reiseleiter groß, alle sein „Schäfleins“ wieder zusammen zu haben. Daraufhin gibt er erstmal einen «Chai»  aus, dem indischen Gewürz-Nationaltee. Die Blicke der Mitreisenden verrieten es, das war ein Erlebnis der besonderen und nachhaltigsten Art (siehe unseren Filmbeitrag 2).

Am dritten Tag machen wir uns auf den Weg nach Agra. Auf der kurzweiligen Fahrt dorthin machen wir einen Zwischenstopp auf einem Getreidemarkt und sind dort „die Sensation“. Welcher Indientourist macht schon Halt auf einem Bauernmarkt, auf dem Getreide vermarktet wird? Wir können kaum unserem Reiseleiter zuhören, so drängten sich die Marktbeschicker im engen Kreis um den Mann, der uns in einer für sie völlig fremden Sprache erklärt, was sich auf dem Markt abspielt.  Ich habe es vor lauter Trubel nicht verstehen können, deswegen lasse ich hier die Bilder sprechen.

Agra, das Ziel von täglich bis zu 40.000 Besuchern. Sie besuchen das weltberühmte Taj Mahal, dem „Grabmal der Liebe“. 20.000 Menschen haben über 20 Jahre an diesem prächtigen Bauwerk, einem „Welt Kulturerbe“, gearbeitet.

Heute präsentiert es sich uns bei strahlendem Sonnenschein und lauer Luft. (siehe Filmbeitrag 3).

Nachmittags fahren wir nach Kalakho in unser Hotel. Verweilen in diesem parkähnlich angelegten Areal ist aber nicht angesagt, denn wir werden von den Bewohnern eines kleinen Dorfes erwartet, zu dem wir mit dem Juggad, dem „Mercedes der Landbevölkerung“, fahren.

Einfach und bescheiden ist das Leben im Dorf, zu dem rund 25 Bewohner gehören, die sich mit allem Notwendigen des täglichen Bedarfs selbst versorgen. Schirmherr über mehrere zusammengeschlossene Dörfer ist der zur Familie der Campawat Rajputen gehörige Hotelbesitzer, der uns das Leben im Dorf vorstellt. (Film 5)

Abends im Hotel empfängt  er uns mit Stolz und Würde in traditioneller Uniform zu einem typischen indischen Essen. Wir können selber Zutaten zu unserem Essen vorbereiten und auch anrichten. Mühselig gelingt es einigen Teilnehmern eine kleine Würzmischung zu erstellen. Im Hintergrund warteten gottlob die vorbereiteten Speisen, um bei der Mühsal nicht hungrig vom Tisch aufstehen zu müssen. Um es ganz bunt zu machen, werden uns begleitende Damen aber auch einige Herren in indische Gewänder gehüllt. Das aber erst nach dem Essen, sonst hätten sie wohl Probleme bekommen, das Essen zu sich zu nehmen, so viel Stoff umgibt sie.

 Jaipur, die rote Stadt, erwartet uns am nächsten Tag. Hier besucht wir am Morgen den Milchmarkt, der traditionell auf der Straße stattfindet. Die Prüfung der Milchzusammensetzung erfolgt vom Einkäufer der Restaurants oder Hotels mit Handeintauchen in die Milchkanne. Dann wird zu dickflüssige Milch so lange mit dünnflüssiger Milch gemischt, bis der Einkäufer nickt und zufrieden mit seiner erworbenen Kanne mit „Frischmilch“ auf dem Motorroller davon braust. Einigen Milchbauern von uns bleibt der Atem (wohl auch einwenig der Appetit) weg, bei derartiger Milchbeprobung auf der Straße, unmittelbar neben dem immerwährenden Verkehr und den qualmenden Autos, die zudem noch den Straßenstaub zu einer dichten Wolke aufwirbeln. (siehe Film 6)

 

Nach diesem Erlebnis von Milchkontolle steht Kultur auf dem Programm, der Besuch des im 16. Jahrhundert erbauten „Palastes Amber“, wie auch bei einer Stadtrundfahrt der Fotostopp am „Palast der Winde“, dem „Hawa Mahal“.

Wir machen uns auf den Weg in die Wüstenstadt Bikaner. Trockene Landschaft,  flimmernde Hitze, trockenliegende Flussbetten und ausgemergelte Tiere säumen unsere Fahrt. Wasser ist nicht nur für die Landschaft der Lebenssaft und der Wachstumsgarant, auch wir dürsten bei rund 30° Grad im Schatten nach Flüssigkeit. Wir sind in der „Wüste Thar“ angekommen. Was liegt in dieser trockenen Gegend näher, als eine der weltbesten Kamelfarm zu besichtigen. Hunderte von Kamele werden hier gezüchtet und für das Überleben in der Wüste ohne viel Wasser noch leistungsfähiger für die tägliche Feld- und Dienstleistungsarbeit gemacht.

Auch speziell gezüchtete Pferde gehören zu dieser indischen Spezialität, wovon wir uns bei einem Besuch in einer staatlichen Pferdezuchtstation überzeugen können. Gezüchtet werden die elitären  Marwari-Pferde aus Rajastan, die Kathiawari-Pferde aus Gujarat und auch die Zanskari-Pferde aus Ladakh. Sie sollen extrem belastbar sein, um so auch im Militäreinsatz und Geländeeinsatz, wo kein Auto mehr fahren kann,  bestehen zu können. Für diese Pferde besteht ein Exportverbot. Das Futter wird unter Bewässerung vor Ort angebaut. Bis zu 100 m tiefe Brunnen sind dafür erforderlich, um die notwendige Wassermenge vorhalten zu können. Nur 30 mm Niederschlag fallen im Jahr in dieser den Menschen und den Tieren alles abfordernde Gegend. 

Nach diesem Erlebnis von Milchkontolle steht Kultur auf dem Programm, der Besuch des im 16. Jahrhundert erbauten „Palastes Amber“, wie auch bei einer Stadtrundfahrt der Fotostopp amPalast der Winde“, dem „Hawa Mahal“.

Wir machen uns auf den Weg in die Wüstenstadt Bikaner. Trockene Landschaft,  flimmernde Hitze, trockenliegende Flussbetten und ausgemergelte Tiere säumen unsere Fahrt. Wasser ist nicht nur für die Landschaft der Lebenssaft und der Wachstumsgarant, auch wir dürsten bei rund 30° Grad im Schatten nach Flüssigkeit. Wir sind in der „Wüste Thar“ angekommen. Was liegt in dieser trockenen Gegend näher, als eine der weltbesten Kamelfarm zu besichtigen. Hunderte von Kamele werden hier gezüchtet und für das Überleben in der Wüste ohne viel Wasser noch leistungsfähiger für die tägliche Feld- und Dienstleistungsarbeit gemacht.

Auch speziell gezüchtete Pferde gehören zu dieser indischen Spezialität, wovon wir uns bei einem Besuch in einer staatlichen Pferdezuchtstation überzeugen können. Gezüchtet werden die elitären  Marwari-Pferde aus Rajastan, die Kathiawari-Pferde aus Gujarat und auch die Zanskari-Pferde aus Ladakh. Sie sollen extrem belastbar sein, um so auch im Militäreinsatz und Geländeeinsatz, wo kein Auto mehr fahren kann,  bestehen zu können. Für diese Pferde besteht ein Exportverbot. Das Futter wird unter Bewässerung vor Ort angebaut. Bis zu 100 m tiefe Brunnen sind dafür erforderlich, um die notwendige Wassermenge vorhalten zu können. Nur 30 mm Niederschlag fallen im Jahr in dieser den Menschen und den Tieren alles abfordernde Gegend. 

Die Rundreise durch den Bundesstaat Rajasthan rundet der Besuch einer dörflichen Ziegen und Schafzucht ab. Auch hier läuft das ganze Dorf (ca. 300 Dorfbewohner) zusammen, um uns möglichst hautnah zu beobachten. „Komische Menschen aus der Ferne“, stand in den durchweg hübschen Gesichtern geschrieben. Bereitwillig erzählen sie uns vom täglichen Kampf ums Wasser, auch für die Tiere. Überleben können sie durch den Verkauf von Wolle und dem Verkauf von Jungtieren.

Der landwirtschaftliche Höhepunkt der Tour ist sicherlich der dann folgende Besuch auf einem Viehbetrieb mit rund 200 Kühen, einem für indische Verhältnisse „Großbauern“.  4.000 – 5.000 l Milch gibt eine Kuh pro Jahr. Drei bis 15 Jahre lang werden sie gemolken, bevor sie dann auf dem Hof „in Rente“ gehen. Hier werden sie bis zum Tod mit aller gebotenen Fürsorge durchgefüttert, da es nach der „Milchzeit“ „“Heilige Kühe“ werden.  Männliche Kälber des Nachwuchses werden in einem frühen Stadium einem staatlichen Stall übergeben zum ….????

Zwölf Hektar Grünland gehören zum Betrieb und der Bauer verkauft täglich 1.200 l Milch  auf dem hiesigen Milchmarkt, in der Art wie bereits beschrieben. 145 Indische Rupee (ca 1,80 €) erzielt er pro Liter Milch. Davon bezahlt er rund 15 Mitarbeiter, die auf dem Hof beschäftigt sind. (siehe Film 6)

Und weiter geht die Fahrt, zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Hurra, Delhi mit seinem Lärm und Verkehrschaos hat uns wieder. „Ein bisschen hat es uns schon gefehlt“.

Morgen geht es nach Nepal. Aber zunächst wollen wir die viel zu kurze Nacht in einem wunderschönen Hotel verbringen. Ja, ja, eine Agrarreise ist keine Erholungsreise, aber hochinteressant und abwechslungsreich, auch durch die interessanten Mitreisenden aus allen Teilen Deutschlands.

Nepal

Die Luft ist dünn auf 1.200 m Höhe, in Katmandu, der Hauptstadt Nepals. Bei einem Rundgang durch die Altstadt von Katmandu tauchen wir tief in die Geschichte und den Ritualen des Hinduismus ein. Unser Reiseleiter erzählt absolut authentisch über Gebräuche und die Funktionen der unzähligen Götter, die jeder für sich in Anspruch nehmen kann. Wir gewinnen das Gefühl, mitten in der historischen Geschichte des Landes zu stehen. Die bunten Bilder, die sich uns darbieten, die Menschen, die historischen Gebäude, die Gebräuche und Düfte, die uns umgeben verstärken diesen tiefen Eindruck einer sehr gläubigen und geschichtsbewussten Bevölkerung. Stupaanlagen, die Königsstadt Patan und der Besuch der mittelalterlichen Königsstadt Bhaktapur unterstreichen diesen beeindruckenden Besuch einer völlig anderen und für uns fremden Kultur in Nepal.

Abgerundet wird die Stippvisite des Bergstaates durch einen Rundflug zum Himalaja-Gebirge und dem höchsten Berg der Welt, dem Mount Everestdurch einen Besuch einer jungen Biobauern-Familie auf deren kleinen Berghof mit Terassenfeldern, sowie einem traditionellen Abendessen im Restaurant unseres Gastgebers, der uns in einem historischen Gewölbe-Gebäude empfängt und uns mit gutem Wein, besonders vielschichtigem und scharfem Essen und Volkloredarbietungen in den Essenspausen verwöhnt.

 Schönes, interessantes Nepal, „Namasté“, bis zum nächsten Mal.

Ab Delhi geht es mit einem Airbus A380 auf dem direktesten Weg und mit vielen neuen und nachhaltigen Eindrücken nach Hause.

Es war eine Agrarreise der besonderen Art und das Team von JAN PETERS AGRARREISEN sagt „Tschüss“ bis zum nächsten Mal.